Marktforum

Bayerische Fleischwirtschaft hat Potential


Zu diesem Schluß kommt Ralf Bundschuh, Leiter des Arbeitsbereichs Vieh und Fleisch bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Eine Belastung der Umwelt durch intensivere Viehhaltung befürchtet Bundschuh in Bayern nicht. Diese Problematik betrifft im Wesentlichen Teile Nordrhein-Westfalens und Niedersachsen in denen mehr als 2 GV/ha gehalten werden, sagte er auf dem 10. Marktforum der LfL in München. In Bayern betrage der durchschnittliche GV-Besatz weniger als 1 GV/ha. Deshalb könnte in Franken, der Oberpfalz, Nordschwaben, dem nördlichen Oberbayern sowie dem westlichen Niederbayern die Viehhaltung problemlos und umweltschonend erhöht werden.

Nachfrage für „Qualität aus Bayern"

Nach seinen Worten beträgt der Selbstversorgungsgrad des Freistaats bei Schweinen und Geflügel jeweils nur etwa 80 Prozent. Dabei würden von Seiten des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) durchaus Wünsche geäußert, den Verkauf hiesiger Herkunft beispielsweise im Programm „Qualität aus Bayern" auszudehnen. Auch könnte die bayerische Fleischwirtschaft durch das Wachstum und den steigenden Bedarf in den Schwellen- und Entwicklungsländern profitieren. Nach Ansicht von Bundschuh wirkt jedoch die gesellschaftliche Akzeptanz für die derzeitigen Methoden der Fleischerzeugung  begrenzend. Es geht darum, Vertrauen durch veränderten Produktionsbedingungen und Aufklärung zu gewinnen. Darunter darf allerdings nicht die Wettbewebsfähigkeit leiden. Würde eine im Inland zurückgehende Fleischerzeugung durch Importe aus Ländern ausgeglichen werden, die unsere hohen Auflagen nicht erfüllen, wäre dem Tierwohl nicht geholfen, so Bundschuh. (HH)   
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