Agrarexport

Bayern erreicht Rekordmarke

Trotz weltweit gesunkener Nahrungsmittelpreise und anhaltendem Russland-Embargo kletterte ersten Schätzungen zufolge der Wert der bayerischen Ausfuhren gegenüber 2015 um rund ein Prozent auf mehr als 8,9 Mrd. €. Das hat das bayerische Landwirtschaftsministerium in München mitgeteilt. Zu verdanken sei dieser Rekordwert zweistelligen Zuwachsraten für bayerische Agrargüter in Polen (plus elf Prozent), Rumänien (plus 20 Prozent), Belgien (plus zehn Prozent), den USA (plus zwölf Prozent), Südkorea (plus 16 Prozent) und Mexiko (plus 49 Prozent).

Weil zudem auch die Ausfuhren nach England (plus sieben Prozent) und Österreich (plus drei Prozent) erfreulich gestiegen sind, konnte dem Ministerium zufolge der schwächelnde Absatz in den Niederlanden (minus sieben Prozent) und Italien (minus drei Prozent) mehr als ausgeglichen werden. Die boomende Nachfrage ist laut dem bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner dem guten Ruf bayerischer Produkte auf den internationalen Märkten zu verdanken. „Unsere Spezialitäten sind wegen ihrer Vielfalt und Qualität weit über die weißblauen Grenzen hinaus bekannt und geschätzt“, so der Minister.

Exportschlager Nummer eins aus dem Freistaat war 2016 mit einem Ausfuhrwert von rund 1,5 Mrd. € wieder Käse, gefolgt von Milch und Milcherzeugnissen (1,2 Mrd.€) sowie Fleisch und Fleischwaren (1 Mrd. €). Die im Vergleich zum Vorjahr preisbedingt geringeren Ausfuhrwerte bei Käse und Milchprodukten wurden durch deutliche Exportsteigerungen bei Backwaren (plus 13 Prozent), Bier (plus sechs Prozent) und vor allem Hopfen (plus 27 Prozent) kompensiert.

Wichtigstes Exportland Bayerns bleibt weiter Italien mit einem Ausfuhrwert von rund 1,6 Mrd. €. An zweiter Stelle rangiert Österreich mit 1,2 Mrd. €, gefolgt von den Niederlanden mit 900 Mio. €.
Mit einem landwirtschaftlichen Produktionswert von elf Mrd. € ist Bayern einer der wichtigsten Nahrungsmittelproduzenten in Europa. Ein Sechstel des in Deutschland geernteten Getreides, ein Viertel der Milch und des Rindfleischs sowie mehr als zwei Fünftel des Käses stammen von bayerischen Bauern. (HH)
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