Die bayerische Staatsregierung lehnt inzwischen die Impfpflicht  gegen die durch Viren hervorgerufene Blauzungenkrankheit ab. Nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und Gesundheitsminister Markus Söder, beide CSU, sei der Widerstand bei den Rinderhaltern gegen eine flächendeckende Zwangsimpfung zu groß. Der Impfzwang  wurde 2007 von dem damaligen Bundeslandwirtschaftsminister und heutigen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) angeordnet. Damit sollte die seuchenartige Ausbreitung der Blauzungenkrankheit verhindert werden. Nach den Vorstellungen der bayerischen Staatregierung sollen die Bauern künftig selbst entscheiden, ob sie ihre Tiere impfen lassen oder nicht.

Josef Wasensteiner vom Bayerischen Bauernverband (BBV) befürchtet, dass bei einer Aufhebung der Impfpflicht Landwirte, die weiterhin ihre Tiere impfen lassen, die Kosten dafür selbst tragen müssten. „Das könnte zum Eigentor werden", sagte er gegenüber agrarzeitung.de. Auch befürchtet er erhebliche Schwierigkeiten im Viehhandel. So bestünden zum Beispiel italienische Abnehmer von bayerischen Kälbern entweder auf der Impfung oder fordern eine Garantie, dass die Tiere nicht infiziert seien. Im übrigen könne Bayern den Impfzwang gar nicht abschaffen. „Dafür ist die Bundesregierung zuständig" , so Wasensteiner. (HH)
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