Baywa-Akquisitionen ohne Fremdfinanzierung

Die Baywa AG, München, wird durch die Akquisitionen von Cefetra B.V. und der Bohnhorst Agrarhandel GmbH vom europäischen zum internationalen Agrarhändler.

Vor allem die Übernahme von Cefetra sei eine Meilenstein-Transaktion im genossenschaftlichen Sektor, sagte der Vorstandsvorsitzende der Baywa Klaus-Josef Lutz am Freitag vor der Presse in München. Die künftige Cefetra GmbH sowie die Bohnhorst Agrarhandel GmbH sollen rechtlich eigenständig bleiben. Lutz wird voraussichtlich des Aufsichtsratsvorsitz bei Cefetra übernehmen, sagte er auf Anfrage von agrarzeitung.de.

Der Agrarbereich wird im Gesamtkonzern erheblich an Bedeutung gewinnen. Bisher lag sein Anteil bei den Baywa-Umsätzen bei gut 44 Prozent, künftig werden es wohl 75 Prozent sein. Speziell im Getreidehandel werde damit eine marktführende Position innerhalb Europas erreicht, so Lutz. Als wesentliche Gründe für die Strategie im Getreidehandel zu wachsen, nannte er den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch internationale Konsolidierung, die wachsende Nachfrage nach Getreide in Asien und Afrika sowie die Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen in Südamerika und Osteuropa.

Der Kaufpreis für Cefertra von 125 Mio. € und für die Beteiligung von 60 Prozent bei Bohnhorst, die 36 Mio.€ kostet, werde mit eigenen Mitteln finanziert. Nach Auskunft von Baywa-Finanzvorstand Andreas Helber beabsichtigt das Unternehmen Immobilien im Wert von 350 Mio.€ zu veräußern. Das seien etwa 14 Prozent des Immobilienbesitzes der Baywa. "Wir gehen damit aber nicht an das Familiensilber", versicherte Lutz. Durch die beiden Zukäufe wird sich der Baywa-Umsatz von bisher 9,6 Mrd. auf mindestens 15 Mrd.€ erhöhen. (HH)  
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