Zwischenbilanz

Baywa spürt schwache Agrarpreise

Die jüngsten Quartalszahlen der Baywa AG verfehlen die Vorjahreswerte deutlich. Nach neun Monaten 2014 weist das Unternehmen einen Umsatz von 11,4 (Vorjahr: 12,2) Mrd. € aus und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 74,5 (177,7) Mio. €.

Die große Differenz zwischen beiden Ergebnissen im Ebit sei zum einen auf Sondereffekte im Vorjahr zurückzuführen, da hier der Buchgewinn aus dem Verkauf von Immobilienpaketen realisiert worden war. Zum anderen bilde sich die diesjährige niedrige Preissituation im Agrarhandel ab: Geprägt von hohen Erntemengen sowohl bei Getreide als auch bei Obst sowie von kontinuierlich sinkenden Preisen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen reduzierte sich der Ergebnisbeitrag des Agrargeschäfts spürbar.

„Die Marktauswirkungen im Agrarhandel konnte auch die weiterhin sehr gute Entwicklung bei Agrarbetriebsmitteln und den Segmenten Energie und Bau nicht komplett auffangen", so Vorstandsvorsitzender Klaus Josef Lutz heute in München. Vor allem das internationale Projektgeschäft im Sektor erneuerbare Energien trug mit einer Verdopplung des Ebit nach neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr deutlich zum Konzernergebnis bei.

Im Segment Agrar, das den Handel mit Agrarbetriebsmitteln und -erzeugnissen sowie die Segmente Obst und Technik umfasst, hat Baywa zum 30. September 2014 einen Umsatz von rund 7,7 (8,3) Mrd. € in den Büchern. Das Ebit nach neun Monaten beläuft sich auf insgesamt rund 69,8 (103,3) Mio. €.

„Die von hohen Ernten, niedrigen Preisen und bisher großer Abgabe- sowie Kaufzurückhaltung von Erzeugern und von Seiten der Industrie geprägten Märkte vor allem im Getreidehandel stellen eine große Herausforderung im Schlussquartal 2014 dar", so Lutz in einem Ausblick auf das Jahresergebnis 2014. Die Erreichung des letztjährigen Agrarergebnisses sei daher „nicht realistisch".

Um die Marktchancen für den Konzern im Agrarsektor zu erhöhen, würden die Geschäfte international kontinuierlich ausgebaut, betonte der Vorstandsvorsitzende. „Auch die Eröffnung einer Niederlassung von Cefetra in Italien als erster Schritt zur Bearbeitung der südeuropäischen Märkte ist im Hinblick auf unsere Strategie von Bedeutung, das führende europäische Unternehmen im Bereich Agrarhandel, -distribution und -logistik mit globaler Ausrichtung zu sein", erläuterte Lutz. (HH)
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