Trennung

Baywa stößt Futtermittel ab

Die RKW-Süd-Futterwerke gehen an Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH & Co.KG
-- , Foto: Baywa
Die RKW-Süd-Futterwerke gehen an Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH & Co.KG

Die Baywa AG, München, gibt die Kraftfutterwerke der RKW Süd GmbH an den Futtermittelhersteller Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH & Co.KG (DTC), Düsseldorf, ab. Verkauft werden die Betriebsstätten in Regensburg und Heilbronn.

Der Produktionsbetrieb in Memmingen wurde wegen der engen räumlichen Verflechtung mit dem dortigen Baywa-Standort verpachtet. Nach Aussagen der Baywa geht es um ein Produktionsvolumen von über 500.000 t Futtermittel. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Mit dem Übergang der Kraftfutterwerke an DTC werden die Betriebsstätten und die regionale Produktion der RKW Süd nun innerhalb der international agierenden Cremer Unternehmensgruppe eingegliedert und weitergeführt. DTC werde nach der Übernahme noch etwa 110 Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Rund 50 Mitarbeiter aus dem Bereich RKW-Logistik bleiben bei der RKW Süd GmbH angestellt. Für die übrigen 30 Mitarbeiter soll mit dem Betriebsrat eine sozialverträgliche Lösung verhandelt werden.

"In unserer Kernregion wird die Baywa auch weiterhin als Vollsortimenter für Futtermittel stark präsent sein", betont Baywa-Agrarvorstand Dr. Josef Krapf". "Die Kunden profitieren künftig von einem komplett herstellerunabhängigen Sortiment sowie modernen Beratungs-, Vertriebs- und Logistikkonzepten vor Ort".

Geringe Werksauslastung

Die Mitte der 1950er Jahre gegründete RKW Süd GmbH wird nicht verkauft. Mit dem Erwerb der WLZ-Raiffeisen AG Stuttgart 2002/2003 stieg die Beteiligungsquote des Baywa-Konzerns an der Gesellschaft von 50 auf 85 Prozent. Die restlichen Anteile von 15 Prozent sind im Besitz der ZG Raiffeisen eG Karlsruhe.

Schon seit Jahren entsprechen die Umsatzerlöse von Süddeutschlands größtem Mischfutterhersteller keineswegs den Erwartungen der Gesellschafter. Dazu haben vor allem die deutlichen Veränderungen in der süddeutschen Viehhaltung beigetragen. Dies führte regional zu geringen Werksauslastungen.

Umstrukturierungen und die Schließung von Werken mit veralteten Anlagen wie zum Beispiel in Würzburg im Jahre 2010 brachten nicht den erhofften Durchbruch, berichten Insider. Zu den größten Belastungen sollen zudem die ungewöhnlich hohen Pensionsrückstellungenen der RKW Süd GmbH gehören. (HH)
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