Bilanztrick

Baywa verkauft Immobilien


Zwei Immobilienpakete verkauft die Baywa an die Unicredit-Tochter Wealthcap. Formal den Besitzer wechseln sollen fünf Bauzentren, 40 Baustofffachhandelsbetriebe sowie 34 Technikwerkstätten, Erfassungs- und Lagerungsstandorte für Getreide und Betriebsmittel auf einer gesamten Grundstücksfläche von knapp 1,2 Mio. Quadratmeter. Da die Baywa nur die jeweiligen Immobilien verkauft, jedoch nicht das darauf befindliche Geschäft, werde der Konzern alle Standorte langfristig zurückmieten, heißt es in einer Unternehmensmeldung.

Deal spült Geld für Übernahmen in die Kasse

Solche formellen Verkäufe von Immobilien erhöhen kurzfristig die Liquidität eines Unternehmens, um zum Beispiel Expansionen zu finanzieren. Das steckt auch hinter den aktuellen Rechenspielen der Baywa: „Wir wollen für die Investitionen in unsere Kerngeschäfte keine Schulden machen. Mit den Erlösen aus den Immobilienverkäufen bezahlen wir unter anderem auch unsere großen Agrar-Akquisitionen aus dem letzten Jahr“, erklärt Baywa-Finanzvorstand Andreas Helber. Im Sommer hatte die Baywa AG die Mehrheit an dem niedersächsischen Getreidehändler Bohnhorst übernommen und den niederländischen Agrarrohstoffhändler Cefetra komplett gekauft.

Weitere Gebäude stehen zum Verkauf

Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der finanzrechtlichen Aufsichtsbehörde. Der Immobilien-Deal mit Wealthcap ist nicht der erste dieser Art für die Baywa: Bereits Ende 2012 hatte der Agrarkonzern seinen Hauptsitz in der Münchner Arabellastraße 4 verkauft: Das Baywa-Hochhaus wurde zur Sanierung an eine gemeinsame Projektgesellschaft mit der Competo Capital Partners GmbH für rund 80 Mio. € veräußert.

Neben dem jüngsten Geschäft über zwei Immobilienpakete mit der Unicredit-Tochter Wealthcap ist die Baywa aktuell darum bemüht, ein weiteres Immobilienpaket zu verkaufen. Die Münchener rechneten damit, dass der Verkauf dieses Paketes ebenfalls im 1. Quartal 2013 abgeschlossen sein werde. (pio)
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