Die Stoffgruppe der Neonikotinoide in Beizinsektiziden für Raps stellt für Bienen kein unvertretbares Risiko dar. Die Konzentration in Guttationstropfen ist von vielen Faktoren abhängig.

Bei der oberflächigen Freisetzung von Neonicotinoiden in Guttationstropfen am Blatt sind Bienen nicht zwangsläufig gefährdet, berichtet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop), Berlin. Dies hätte eine Studie der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim und des Julius-Kühn Instituts ergeben.

In dem Vorhaben sei untersucht worden, ob die oberflächige Freisetzung von systemisch wirkenden Beizinsektiziden durch Guttation - dies bedeutet einen Transport von Flüssigkeit in der Pflanze und eine Freisetzung an den Blatträndern oder -spitzen -  eine Gefährdung für Bienenvölker darstellt. Die Untersuchungen erfolgten bundesweit an verschiedenen Standorten unter Labor-, Halbfreiland- und Freilandexperimenten und praxisnahen Bedingungen. Dabei habe sich ergeben, dass Honigbienen beim Sammeln in wenigen Fällen an den Tropfen beobachtet werden konnten. Trotz dieser positiven Befunde seien jedoch weder eine erhöhte Mortalität noch ein erkennbarer Einfluss auf die Gesamtpopulation sowie deren Überwinterungserfolg feststellbar gewesen.

Eine insektizide Saatgutbeizung mit Neonicotinoiden ist nach Angaben der Ufop unverzichtbar. Grundsätzlich seien diese Wirkstoffe gefährlich für Bienen. Auch sei die Verlagerung durch den Transport in der Xylemflüssigkeit der Pflanzen möglich. Jedoch hänge die Konzentration der Wirkstoffe in den Guttationstropfen von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Aufwandmenge, das Stadium der Pflanzenentwicklung sowie die jeweiligen Standort- und Witterungsbedingungen. So führen beispielsweise Sonneneinstrahlung und Wind zu deren rascher Verdunstung. Bei Temperaturen in der Nähe des Frostbereichs sei Guttation sehr selten. Eine intensive Guttation werde durch hohe Luftfeuchtigkeit gefördert. (jst)   
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