Die deutsche Milchwirtschaft wird vom Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) profitieren. Davon geht der Deutsche Bauernverband (DBV) aus. Grund dafür sind sinkende Importzölle Russlands im Zuge des Beitritts. Bei Milchprodukten falle diese Senkung besonders deutlich aus, teilt der Verband am heutigen Freitag mit.

Den Angaben zufolge wird der Zollsatz durch den WTO-Beitritt Russlands bei Importen von Milchprodukten auf den russischen Markt von durchschnittlich 19,8 Prozent auf künftig 14,9 Prozent reduziert. Das entspreche einer Verringerung des Zollsatzes um rund 25 Prozent. Der russische Importzoll von Agrarprodukten soll im Zuge des Beitritts von durchschnittlich 13,2 Prozent auf durchschnittlich 10,8 Prozent sinken, teilt der DBV weiter mit. 

Nach Ansicht des Bauernverbands könnten bilaterale Freihandelsabkommen weitere Chancen für die deutsche und europäische Milchwirtschaft eröffnen, nachdem multilaterale WTO-Verhandlungen ins Stocken geraten sind. Als Beispiele nennt der DBV das bilaterale Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea, das im Juli 2011 in Kraft getreten ist. Seitdem seien die Agrarexporte in dieses Land deutlich angestiegen, wovon auch die deutsche und europäische Milchwirtschaft profitierte.

Über weitere bilaterale Freihandelsabkommen verhandele die EU gegenwärtig mit der Volksrepublik Vietnam, Kolumbien, Peru und Indien. Nach Ansicht des DBV sind auch dort reale Absatzchancen für deutsche und europäische Milchprodukte vorhanden. (sch)

 
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