Die Berglandmilch senkt per Anfang April 2015 den Erzeugerpreis um 1,5 Cent/kg. Die bäuerlichen Lieferanten erhalten somit für Milch mit 4,2 Prozent Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß 31,50 Cent/kg netto, berichtet das Agrarische Informationszentrum (AIZ), Wien. Weil sich der Biomilchmarkt derzeit gut entwickelt und die Berglandmilch ihre Verwertungserlöse in diesem Bereich verbessern konnte, erhöht das Unternehmen den Biozuschlag für das 2. Quartal 2015 um 1,7 auf 9,1 Cent/kg.

Verhaltene Nachfrage auf Binnenmarkt

Die Berglandmilch begründet die Preisrücknahme mit der aktuellen Marktsituation. Diese sei zum einen von Exportmärkten geprägt, „die sich sowohl im Käse- als auch im Haltbarmilchbereich zufriedenstellend entwickeln". Andererseits spüre man aber nach wie vor die Importsperre Russlands und eine etwas verhaltene Binnenmarkt-Nachfrage. „Für die weitere Entwicklung der Erzeugerpreise wird entscheidend sein, mit welcher Milchmenge Europa und insbesondere die Berglandmilch rechnen kann", betont der Vorstand im jüngsten Lieferantenschreiben. Aufgrund dieser im Moment schwer einschätzbaren Marktsituation habe man für April eine Absenkung des Milchpreises beschlossen.

Auch MGN hebt Biomilchzuschlag an

Die Milchgenossenschaft Niederösterreich (MGN), informierte darüber, dass der Milcherzeugerpreis im April 2015 unverändert bei 32,7 Cent netto je kg bleibt. „Die derzeit erfreuliche Absatzentwicklung bei Biomilch gibt uns aber die Möglichkeit, den Biomilchzuschlag um 1 Cent zu erhöhen. Er beträgt somit ab 1. April 7,5 Cent netto", informiert die Milchgenossenschaft. Auch bei der MGN hält man sich derzeit mit Preisprognosen eher zurück: „Die Märkte bei Butter und Milchpulver haben sich in den letzten Wochen positiv entwickelt. Der Ife-Rohstoffwert erhöhte sich von Januar bis März 2015 um 4,9 auf derzeit 30,1 Cent/kg. Es war daher auch möglich, die Verkaufspreise bei Butter und H-Milch nach oben anzupassen. Ein wesentlicher Grund für diese Stabilisierung war zweifelsohne die rückläufige Anlieferung in Europa", wird betont. Diese Situation könne sich mit dem Auslaufen der Quote aber deutlich verändern. Entscheidend sei letztendlich, welche Mengen von den Milchlieferanten in Europa in den kommenden Monaten übernommen werden. „Mögliche Mehrmengen entscheiden auch über die weiteren Markt- und Preistrends. Wir werden daher zeitgerecht auf kurzfristige Entwicklungen reagieren müssen", so der MGN-Vorstand.

Das drittgrößte österreichische Molkereiunternehmen, die Gmundner Milch, lässt im April den Erzeugerpreis unverändert. (az)
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