1

Als rechtens anerkannt wurde heute vom Verwaltungsgericht Gera der vom Landratsamt Greiz am 19. September 2001 erfolgte Bescheid über die Tötung von 247 Rindern der Agrar eG Rüdersdorf bei Hermsdorf (Thüringen) wegen eines BSE-Falls. Das Geraer Gericht kam zu dem Ergebnis, dass die Tötungsanordnung den europarechtlichen und tierseuchenrechtlichen Vorschriften entspreche und rechtlich nicht zu beanstanden sei. Zur Begründung verwiesen die Richter auf die Bestimmungen der EG-Verordnung 999/2001 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 22. Mai 2001, wonach im Fall der amtlichen Bestätigung eines BSE-Falls unverzüglich die Tötung und Beseitigung aller Tiere der Fütterungs- und Geburtskohorte anzuordnen ist.
Gegen den Eilbeschluss des Verwaltungsgerichtes Gera will die Genossenschaft beim Thüringer Oberverwaltungsgericht Weimar Beschwerde einlegen. Die Bauern wollen ihren Schritt damit begründen, dass ein wesentlicher Teil der von der Tötungsanordnung betroffenen Tiere während ihres ersten Lebensjahres weder mit dem an BSE erkrankten Tier gemeinsam aufgezogen wurde, noch das gleiche Futter wie dieses Tier erhalten habe. Hinzu komme, dass das erkrankte Tier, wie auch seine Altergenossen, lediglich in den ersten 3 Lebensmonaten zugekauftes Futter erhielt. Ab dem 4. Lebensmonat bekamen alle von der Tötungsanordnung betroffenen Tiere nur Futter aus der betriebseigenen Erzeugung. Würden diese Argumente von der zuständigen Veterinärbehörde für die Bestimmung der zu tötenden Kohorte berücksichtigt, meint der Agrarbetrieb, müssten deutlich weniger als die genannten 247 Rinder getötet werden. (Bm)
stats