Konjunkturbarometer

Bessere Erwartungen an die Zukunft

Nach den neuesten Daten des Konjunkturbarometers Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) vom Juni 2017 zeigt sich das vor allem an der Investitionsbereitschaft. Die sei zwar im Jahresvergleich wieder deutlich angestiegen; das Niveau der Jahre vor der Preiskrise 2015/16 sei aber bei Weitem nicht erreicht, erklärte der DBV.

Wie die Landwirte investieren wollen
Vom aktuell geplanten Investitionsvolumen in Höhe von 4,3 Mrd. € entfallen auf den Bereich Ställe und Stalltechnik 2,3 Mrd. € (gegenüber Vorjahr plus 0,5 Mrd. €). Mit 0,9 Mrd. € fallen die vorgesehenen Maschineninvestitionen im Jahresvergleich ebenfalls deutlich höher aus. Gleichzeitig steigen die Investitionsvorhaben in den Bereichen Erneuerbare Energien und private Wohngebäude deutlich an.
So stieg der Index des Konjunkturbarometers Agrar gegenüber der vorangegangenen Erhebung (März 2017) von 25,8 auf 31,4 Punkte. Damit nähert sich der Indexwert den relativ hohen Werten aus der Zeit von 2011 bis 2014. Damals lag er in der Spitze bei 37,2 Punkten. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen.

Schub bei den Investitionen

31 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es lediglich 20 Prozent. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen liegt laut DBV bei 4,3 Mrd. €. Das seien zwar 1,3 Mrd. € mehr als noch vor einem Jahr, aber fast ein Drittel weniger als in den Jahren 2013 und 2014. Der Wert lag in diesen Jahren bei jeweils gut 6 Mrd. €.

Hintergrund
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Juni 2017 befragte dazu das Marktforschungsinstitut "Produkt + Markt" rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland.
Die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung wird im Durchschnitt der Betriebe mit 2,92 (auf der Notenskala von 1 bis 5) bewertet. Futterbaubetriebe blicken besonders optimistisch auf ihre wirtschaftliche Situation in den nächsten zwei bis drei Jahren. Ackerbau- und Veredelungsbetriebe erwarten dagegen im Durchschnitt keine nennenswerte Veränderung. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation erreicht mit 2,85 einen geringfügig besseren Wert. Gegenüber März fällt die Einschätzung deutlich positiver aus, und zwar in allen Betriebsformen.

Erwartungen an Preise, Erträge und Politik

Die Agrarpreisentwicklung ist der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor für die Beurteilung der Situation in den Betrieben. Insbesondere die Entwicklung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise für tierische Produkte wirkt sich aktuell positiv auf die Stimmungslage aus. Auch niedrigere Betriebsmittelpreise tragen dazu bei. Dagegen fallen die Erwartungen an die Ernte schlechter aus. Ein besonders belastender Einfluss geht nahezu unverändert von den Pachtpreisen aus. Die nationale und die EU-Agrarpolitik werden im Quartalsvergleich und noch mehr im Jahresvergleich wieder positiver beurteilt. (mrs)
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