Bestände und Vorräte entscheiden über Kreditvergabe

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Hohe Volatilitäten begleiten die Agrarmärkte in diesem Jahr. Mit der Finanzkrise ist die Liquidität auf den Kreditmärkten drastisch gesunken. "2,8 Billionen Euro verbranntes Geld zeigen Wirkung", sagte heute Jan Heinecke, Rabo Trading GmbH, während des Seminars der Agrarzeitung Ernährungsdienst (ED) "Rentabel in rauen Zeiten" in Berlin. Bei der Kreditvergabe werden Banken immer strenger. Der Umfang von Kontraktbilanzen in den Handelsunternehmen entscheidet künftig bei der Kreditvergabe mit. Heinecke verlangt von seinen Kunden den exakten Nachweis offener Positionen und die Bewertung seiner Bestände. Die Risiken der Handelsunternehmen stecken in den Beständen, erläuterte Heinecke, der das Rohstoffgeschäft bei der Rabobank verantwortet.

Um die Bonität der Unternehmen bewerten zu können, müssten die Bestände zum Bilanzstichtag korrekt bewertet werden. Die Abwertung von nicht kontrahierter Ware könne zu erheblichen Verlusten führen. Dies war im 2. Halbjahr 2008 der Fall. Viele Betriebe mussten durch den Preisverfall bei Agrarprodukten im 2. Halbjahr 2008 für nicht kontrahierte Ware hohe Verluste ausweisen. Handelsbetrieben, die in Zukunft finanzierungsfähig bleiben wollen, empfiehlt der Banker eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent. Ausreichend eigene Mittel würden vor unvorhergesehenen Ereignissen absichern. (da)

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