Schweinehalter

Betriebe sehen Existenz bedroht


„Wenn es so weitergeht wie derzeit, könnte die Schweinehaltung in Deutschland den Weg der Textilindustrie gehen", beschrieb das Vorstandsmitglied des Zentralverbandes der Schweineproduktion (ZDS), Heinrich Dierkes die Entwicklung der Branche gestern in Berlin. In der Diskussion im Rahmen einer Fachveranstaltung des ZDS verwies Dierkes auf die eingeschränkten Perspektiven des Sektors seine großen Bedenken angesichts des steigenden Kostendrucks auf die Erzeuger.

Während die Erzeugung von Schweinen in Deutschland bereits deutlich zurückgehe, steige das Angebot in der EU weiter an, hatte Dr. Albert Hortmann-Scholten, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft in der Landwirtschaftskammer Oldenburg, zuvor in einem Vortrag erläutert. Dies lasse erwarten, dass das Preisniveau anhaltend niedrig bleiben werde. „Den aus früherer Zeit bekannten klassischen Schweinezyklus gibt es nicht mehr", so Hortmann-Scholten. In dieser Situation würden die ständig steigenden Auflagen für die Betriebe in Deutschland auf mittlere Sicht das Aus bedeuten. Dies zeige sich bereits daran, dass seit einiger Zeit Neuinvestitionen in die Schweinehaltung nicht mehr stattfinden. Für die Zukunft fehle den Betrieben jede Planungsgrundlage, betonte Hortmann-Scholten. (jst)
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