Russland-Ukraine-Konflikt

Big Dutchman zieht Notbremse


Die Sonderkonjunktur am Standort Calveslage ist vorüber
-- , Foto: Big Dutchman
Die Sonderkonjunktur am Standort Calveslage ist vorüber

Mit der unsicheren politischen Lage in Russland und der Ukraine sowie der schwierigen Marktlage in Westeuropa begründet die Big Dutchman International GmbH,  Vechta-Calveslage, 34 betriebsbedingte Kündigungen. Diese Maßnahme sei erstmals in der deutschen Geschichte des Unternehmens ergriffen worden.

Der Umsatz 2013 sei um 15 Prozent auf rund 732 Mio. € gefallen, berichtete dazu der Vorstandsvorsitzende Bernd Meerpohl. Für 2014 rechnet das Unternehmen mit weiteren etwa 15 Prozent Einbußen.

Der Umsatz ist nach jahrelangem Anstieg 2013 eingebrochen
-- , Grafik: Big Dutchman
Der Umsatz ist nach jahrelangem Anstieg 2013 eingebrochen
Zwei Gründe nennt Big Dutchman in einer Mitteilung vom Wochenende. In Westeuropa normalisiert sich jetzt der Umsatz. Zuvor hatte der Big Dutchman-Standort in Vechta-Calveslage von einer „Sonderkonjunktur" profitiert, die Meerpohl auf Umbauten wegen des Käfigverbots in der Hennenhaltung sowie strengeren Vorgaben für die Sauenhaltung zurückführt.

„Praktisch alle bestehenden Anlagen mussten innerhalb kürzester Zeit an die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden und sind jetzt auf dem neuesten Stand", erläuterte Meerpohl den Effekt. Daher seien in den nächsten zehn Jahren keine umfangreichen Aufträge in Europa mehr zu erwarten. Der deutsche Big Dutchman-Chef führte dies auch auf die „allgemein kritische Stimmung gegenüber der Tierhaltung" zurück.

Als zweite Entwicklung nannte Meerpohl Absatzprobleme an den ukrainischen und russischen Märkten, die zuvor die wichtigsten Wachstumstreiber des Herstellers gewesen seien. Das alles, so der Vorstandsvorsitzende weiter, werfe Big Dutchman nicht um, sei „aber definitiv mit größter Sorgfalt" zu betrachten. (db)
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