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Die von Lebensmittelmärkten durchgeführten Kampagnen mit Niedrigpreisen für Lebensmittel gefährden die in Deutschland erreichten hohen Tierschutzstandards. Diese Ansicht vertreten in einer gemeinsamen Erklärung Organisationen der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) und der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) zusammen mit dem Deutschen Landfrauenverband (dlv) und dem Deutschen Bauernverband (DBV). Wie der DBV in einer Pressemitteilung erklärt, würde das Engagement der Tierhalter für den Tierschutz durch die Billigpreis-Politik nicht belohnt, sondern im Gegenteil der Druck zur preisgünstigsten Produktion noch verstärkt. Zu der Erklärung mit dem Titel "Verpflichtung für den Schutz der Tiere in der Landwirtschaft" sahen sich die Organisationen angesichts anhaltender Billigpreis-Kampagnen und gleichzeitig stattfindenden politischen und gesellschaftlichen Diskussionen über den Tierschutz veranlasst. Es gebe heute viele positive Beispiele für verbesserte und tierschutzgerechte Haltungsverfahren. Auch sei der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert worden und Deutschland besitze weltweit eines der umfassendsten Tierschutzgesetze. In der Erklärung fordern die Organisationen die kritische Reflexion der wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, heißt es weiter. Tiere seien nach dem christlichen Schöpfungsverständnis Mitgeschöpfe und kein Rohstoff oder Material für menschliche Zwecke. Daher gehe es um den respektvollen Umgang mit den Tieren, die den Menschen zur Ernährung dienten. (ED)
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