Ökologischer Landbau

Bio-Boom in Bayern

Wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner im Vorfeld der Messe Biofach 2017 in Nürnberg mitteilte, haben rund 1.000 Höfe mit mehr 35.000 ha Fläche ihren Betrieb vom konventionellen auf den ökologischen Landbau umgestellt. Landesweit werden jetzt 270.000 Hektar nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus bewirtschaftet.  Auch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) veröffentlichten heute Daten zur Entwicklung der Öko-Produktion in Europa.

Der Freistaat legt vor diesem Hintergrund überdurchschnittlich zu und hat so seinen Vorsprung als "Bioland" weiter ausgebaut: Mehr als ein Drittel aller deutschen Bio-Betriebe wirtschaften laut Brunner in Bayern, mehr als die Hälfte der in Deutschland produzierten Öko-Milch kommt aus dem Freistaat. Und auch die Zahl der Verarbeitungsbetriebe von Öko-Lebensmitteln wachse beständig: Inzwischen seien es bayernweit rund 3.150 Unternehmen.

Auch viele Ackerbauern stellen um

Während noch 2015 vor allem Milcherzeuger auf Bio umgestiegen sind, waren es im vergangenen Jahr laut Brunner auch viele Ackerbaubetriebe. „Die Umstellungswelle im Milchbereich hat eine steigende Nachfrage nach Öko-Futter wie etwa Getreide ausgelöst“, sagte Brunner. Davon profitierten jetzt zunehmend auch die Ackerbauern.

Bio-Boom in Zahlen
Insgesamt gibt es in Bayern jetzt mehr als 100.000 Öko-Milchkühe, das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr, 411.000 Öko-Legehennen (plus 14 Prozent) und 200.000 Öko-Masthähnchen (plus 33 Prozent).
Die Entwicklung belegt laut Brunner, dass das 2012 initiierte Landesprogramm „BioRegio Bayern 2020“ die richtigen Impulse für den Öko-Landbau setzt. Der Minister will damit die Öko-Produktion im Freistaat voranbringen – um die Abhängigkeit von Importen zu verringern, die Absatzchancen für die bayerischen Bauern zu verbessern und konventionelle Märkte zu entlasten. Nach Aussage Brunners ist der Freistaat bei Bio-Lebensmitteln nach wie vor noch nicht in der Lage, die heimischen Märkte ausreichend zu bedienen. Um das zu ändern, hat der Minister mit dem Landesprogramm ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2020 soll sich die Öko-Produktion verdoppeln.

Der Freistaat ist auf der Biofach 2017 traditionell stark vertreten. Allein am 500 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand präsentieren sich fast 30 bayerische Öko-Hersteller. (mrs)
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