Zukunftsmarkt

Biobasierte Kunststoffe unter der Lupe

Der europäische Kunststoffmarkt belief sich im Jahr 2014 auf rund 59 Mio. t Plastik. Davon nahm der Verpackungssektor im Agrarbereich rund 3,4 Prozent ein, heißt es im Forum Future Lab auf der Fruit Logistica. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsdiskussion sind biobasierten Kunststoffen ein Material mit Zukunftspotenzial.

Mit Biopolymeren wie Naturkautschuk und Cellulose fing im Jahr 1840 übrigens alles an, erklärt ein Mitarbeiter vom Fraunhofer-Institut Potsdam. Anschließend eroberten die erdölbasierten Phenolharze die Verpackungsindustrie. Wenn heute von biobasiert die Rede ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Verpackung biologisch abbaubar ist. Rund 77 Prozent der Biokunststoffe im europäischen Markt sind nicht biologisch abbaubar. Allein ein nachwachsender Rohstoff liegt zugrunde.

Mais käme da beispielsweise in Frage, aus ihm könne Polymilchsäure hergestellt werden. Allerdings tritt diese Verwendung in Konkurrenz zu dem Nahrungs- und Futtermittel. Diskussionen sind programmiert. Zuckerbasierte Kunststoffe sind eine andere Möglichkeit. Sie können aus Holz gewonnen werden. Wichtig ist das die Eigenschaften der Kunststoffe dem Inhalt der Verpackung ihren Dienst erweisen. So darf eine Kekspackung nicht für Wasserdampf durchlässig sein, sonst kracht der Cracker nicht mehr. Hier steht biologische Abbaubarkeit manchmal im Konflikt mit dem Erhalt des Lebensmittels.

Denn der Beginn des Abbauprozesses bedarf einer Hydrolysierbarkeit, so wird die Aktivität der Mikroorganismen verstärkt. Dadurch scheinen kompostierbare Materialien grundsätzlich durchlässig für Feuchtigkeit. Für Abfalltüten und Frischeprodukte ist die Durchlässigkeit gegenüber Feuchtigkeit hingegen durchaus gewünscht. Im Übrigen könnten auch Reste von Katalysatoren in biobasierten Kunststoffen enthalten sein, insofern sind diese Verpackungen ebenso wenig chemiefrei wie PET-Flaschen. (has)
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