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Fahrzeugindustrie blockiert den Einsatz wegen technischer Probleme

Agrarzeitung Ernährungsdienst 3. März 2007; Von Axel Mönch, Brüssel

Biokraftstoffe sollen in 13 Jahren in der EU einen Anteil von 10 Prozent haben. Um das Ziel zu erreichen, müssen die Normen für Kraftstoffe angepasst werden. Zwischen Politik und Praxis klaffen jedoch große Widersprüche. Biodiesel wird in der Normierungsdiskussion in der EU jedoch kaum Platz eingeräumt. Die Hersteller von Biodiesel gerieten auf der Konferenz in Brüssel in die Defensive. Sie haben vor allem dem technischen Problem mit dem Partikelfilter wenig entgegenzusetzen. Ärgerlich für sie ist nur, dass Biodiesel durchaus eine Alternative zum Partikelfilter ist, da durch ihn ebenfalls weniger krebserregender Rußstaub als beim mineralischen Diesel freigesetzt wird.

Die unterschiedlichen Positionen deuten auf lange Auseinandersetzungen um die Normierung von Diesel und Biodiesel hin. Die Kommission würde am liebsten den möglichen Anteil von Biodiesel im mineralischen Diesel von heute 5 Prozent auf 10 Prozent erhöhen. Ansonsten werden ihre Ziele für Biokraftstoffe im Jahr 2020 unrealistisch. Doch im CEN-Ausschuss, der für die Normierung in der EU zuständig ist, geht es um freiwillige Vereinbarungen. Wenn die Fahrzeugindustrie also mauert, führt kaum ein Weg an ihr vorbei. Ein getrennt vom Diesel angebotener B-10-Kraftstoff wäre auch nur eine Notlösung. Zum einen müssten die Fahrzeughersteller zukünftige Modelle schnell für B 10 freigeben, was bei der heutigen Skepsis unwahrscheinlich ist. Zum andern müsste B 10 etwas billiger als der normale Diesel sein, damit die Tankstellen eine neue Zapfsäule freimachen. Nur hat man Steuerbefreiungen für Biodiesel in Deutschland gerade abgebaut.

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