Biodiesellobby verärgert über Importe

Die zunehmenden Importe von Biodiesel aus Argentinien rufen den europäischen Biodieselverband EBB auf den Plan. Er beklagt künstliche Anreize der Regierung in Buenos Aires. Nach Schätzung des EBB wird die EU 2009 aus Argentinien mehr als 1 Mio. t Biodiesel importieren. Im Vorjahr waren es lediglich 70.000 t gewesen. Als Grund für diesen riesigen Anstieg bezeichnet der EBB die Exportpolitik Argentiniens. Die Regierung in Buenos Aires erhebt für Sojaöl einen Exportzoll von 32 Prozent, für Biodiesel dagegen nur von 20 Prozent. Der EBB vermutet, dass die Differenz der beiden Zollsätze wegen zusätzlicher Zollregeln sogar in der Größenordnung von 20 Prozent liegen könnte. Damit sind Exporte von Biodiesel für die Wirtschaft wesentlich lukrativer als Exporte von Sojaöl.

Der Verband verurteilt diese Praktiken der unterschiedlichen Exportzölle als marktstörend. Sie könnten wie Dumping wirken, erklärt der EBB. Der Verband habe sich zwar immer für einen freien Marktzugang für Biodiesel in die EU eingesetzt. Er wehrt sich jedoch gegen Handelspraktiken, die den Wettbewerb zwischen europäischen und ausländischen Herstellern verzerren. (db)
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