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Für die Hersteller von Biodiesel beginnt das neue Jahr schwierig. Der Verband der deutschen Biokraftstoff-Industrie (VDB), Berlin, beobachtet einen "dramatischen Einbruch im Biodieselmarkt". Laut VDB "bleiben die Hersteller auf ihrem Biodiesel sitzen". Wie Petra Sprick, Geschäftsführerin des VDB, gegenüber der Agrarzeitung Ernährungsdienst erläuterte, sind die Neuaufträge für Biodiesel seit Anfang Januar um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Sprick fordert eine Nachbesserung des seit Jahresbeginn geltenden Energiesteuer- und Biokraftstoffgesetzes. Zwar begrüßt Sprick die seit Jahresbeginn vorgeschriebenen 4,4 Prozent Beimischung von Biodiesel zum mineralischen Treibstoff. Über diesen Vertriebsweg könnten jedoch pro Jahr nur 1,5 Mio. t abgesetzt werden. Branchenkenner gehen davon aus, dass die deutschen Biodieselanlagen 2007 insgesamt 4 Mio. t Produktionskapazität erreichen. Sprick verlangt deswegen, dass die Bundesregierung die Besteuerung von reinem Biodiesel (B 100) nochmals überdenkt. Sie sei in Zeiten höherer Mineralölpreise festgesetzt worden und beachte nicht die gegenwärtig sinkenden Erdölpreise. Man dürfe "nicht abwarten, bis alle pleite sind", warnte Sprick.

Das von Sprick beschriebene mögliche betriebswirtschaftliche Risiko ist nach Ansicht anderer bereits eine reale Gefahr: "Da wird in diesem Jahr so manche Seifenblase zerplatzen", urteilte am Freitag ein Manager einer großen deutschen Ölmühle auf Anfrage des ED. (hol)

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