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Erzeuger und Abnehmer von Getreide müssen sich auf stärkere Preisausschläge einstellen. Weltweit sinken die Endbestände und die staatliche Marktsteuerung nimmt ab. „Wir stehen vor einer anhaltenden Neuorientierung der Getreidemärkte“, erläuterte Bruno Fehse, Präsident des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), am Donnerstag in Bonn. Während der gemeinsamen Jahrespressekonferenz des BVA und des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) warnte Fehse „vor schwierigen Preisprognosen für die bevorstehende Ernte“, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst heute. Gemeinsam mit DVT-Präsident Dr. Heinrich Roling war sich Fehse einig, „dass mehrere Faktoren den Preisanstieg der vergangenen Monate bewirkt haben“.

Dabei sei der Einfluss von Getreide zur Energiegewinnung noch nicht sehr stark ausgeprägt. „Wir stehen erst am Beginn der Entwicklung“, versicherten Fehse und Roling. Damit seien für Erzeuger und Verarbeiter steigende Vermarktungsrisiken wahrscheinlich. Als wesentliche Kräfte für die gestiegenen Preise der jüngeren Vergangenheit könnten die weltweiten Lagertiefstände und der schwindende Einfluss bisher gängiger Marktinstrumente wie der Intervention genannt werden. Neben diesen dominierenden Faktoren sei Bioenergie als weitere Einflussgröße hinzugekommen und in ihren Auswirkungen noch nicht vollständig übersehbar. (jst)

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