Bioenergie stützt Rapspreise

Der Bioenergiesektor bleibt weiterhin eine feste Größe für Raps. Die Prämien für nachhaltige Ware werden sich abbauen. Hauke Jebsen von der Ölmühle C. Thywissen GmbH, Neuss, bezeichnete den Rapsanbau auf der heutigen Rapool-Fachtagung als eine Erfolgsgeschichte. Neben dem steigenden Pro-Kopf-Verbrauch von Ölen und Fetten habe vor allem die  Biodieselnachfrage erheblich dazu beigetragen. Zurzeit stagniere die Biodieselproduktion in der EU aber bei 10 Mio. t und 50 Prozent der europäischen Biodieselkapazitäten seien nicht ausgelastet. Die Bioenergie werde die Rapspreise aber weiter stützen. Zu den Neusser Ölmühlen würden derzeit für nachhaltige Ware noch 14 €/t Prämien auf die Matif-Notierungen bezahlt. Die Aufgelder würden sich aber künftig abbauen, denn der Markt für zertifizierte Ware sättige sich zunehmend. Inzwischen ließe sich zertifizierter Raps schon von Australien und der Ukraine beschaffen. Nur noch die deutsche Biodieselindustrie sei bereit, für nachhaltige Ware ein Aufgeld zu bezahlen.
 
Rapsöl sei aber ein Premium-Produkt geworden. So würden die Rapsölpreise inzwischen 40 €/t über Sonnenblumenöl, 60 €/t über Sojaöl und 100 €/t über Palmöl liegen. Palmöl werde künftig noch stärkeren Druck auf die Rapspreise ausüben. Es ließe sich weitaus billiger als Rapsöl produzieren und eigne sich hervorragend für eine Vielzahl von Verwendungen. Für die kommenden Monate erwartet Jebsen aber noch relativ stabile Rapspreise mit Schwankungen von plus/minus 10 €/t auf dem derzeitigen Niveau. Auf längere Sicht würden die Rapspreise trotz des Drucks vom Palmöl allerdings weiter steigen, meinte Jebsen. Raps werde gebraucht und bei der Flächenknappheit in  Europa sei die Züchtung gefordert, den Ertrag pro Hektar und den Ölgehalt zu steigern. (St)
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