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Kritik an einem sich verschärfenden Wettbewerb zwischen Brot und Energie äußert der Bundesverband der Verbraucherzentralen, Berlin. Dessen Vorsitzende Prof. Edda Müller habe im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin appelliert, Fehlentscheidungen bei der Förderung der Bioenergie zu vermeiden, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. In der Euphorie über den "Landwirt als Energiewirt" dürften nicht die Fehler der früheren Agrarpolitik wiederholt werden. Besonders kritisch sei der zunehmende Anbau von Pflanzen zur Energieerzeugung zu sehen, meinte Müller. Die Pflicht zur Beimischung von Biotreibstoffen lege die künftige Entwicklung der Landwirtschaft in die Hände der großen Mineralölkonzerne. Auch führe der steigende Einsatz von Biodiesel bereits jetzt zu Problemen in Entwicklungsländern. Als Beispiel nannte sie die Zerstörung von Urwäldern für den Anbau von Palmöl für Biokraftstoffe in Indonesien. Angesichts einer steigenden Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen müsse mit steigenden Lebensmittelpreisen gerechnet werden, meint der Verband. (ED)
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