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Für eine Beseitigung des Hungers in der Welt fehle der politische Wille. Diesen Vorwurf erhob bei der Vorstellung des Weltagrarberichtes (IAASTD) auf der Biofach einer der Mitautoren, Benedikt Haerlin. 60 Prozent der Hungernden weltweit lebten in Indien, China und dem Kongo. Dabei zählten Indien und China zu den bedeutenden Agrarexporteuren der Welt. Die dortigen Regierungen zeigten aber keine Initiative, den Hunger zu beseitigen, kritisiert er. Die weltweit vorhandenen Nahrungsmittel könnten den Bedarf nicht decken. Zudem komme weniger als die Hälfte der Nahrungsmittel bei den Notleidenden nicht an. Er erinnerte daran, dass Deutschland den Weltagrarbericht noch nicht unterzeichnet habe.

Von einer Steigerung der Erträge werde keine Besserung der Ernährungssouveränität weltweit eintreten, erwartet Haerlin. Ertragssteigerungen um 5,3 Prozent verbesserten das Nahrungsmittelaufkommen nur um 0,1 Prozent, wie aus dem Agrarbericht hervorgeht. Zu viel verschwinde in Bioenergie und Futtermitteln. Zudem gebe es auch zahlreiche Verluste, beispielsweise in Indien nach der Ernte oder in den USA, wo etwa die Hälfte der Lebensmittel in den Abfall wandere. (brs)

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