Unter den Hartweizenerzeugern in Ostdeutschland ist die Stimmung gedrückt. Die Vorsommertrockenheit, die normalerweise für optimale Druschbedingungen sorgt, hat zu früh eingesetzt. Die Körner sind klein und könnten die geforderten Qualitätsparameter verfehlen, so fürchten sie. Außerdem gilt inzwischen einen regenreiche Erntezeit als sehr wahrscheinlich.

So greifen einige Erzeuger mittlerweile zu, wenn Biogasanlagen mit attraktiven Preise locken und räumen die dürren Bestände von den Feldern. Darum erwarten die Erzeuger eine kleine deutsche Erntemenge von Hartweizen und gute Preise. Ihnen genügen die gebotenen Vorvertragspreise von 310 €/t nicht. Die Mühlen wiederum gehen davon aus, dass sie sich auch aus dem Import gut versorgen können und halten den Geldbeutel zu.

Ausgerechnet in diesem Jahr haben die Anbauer in Sachsen-Anahlt den Zuckerrübenanbau zurückgefahren und den Durumanbau ausgedehnt auf 7.000 ha. Bundesweit könnten somit bis zu 15.000 ha Durum angebaut werden, so die Schätzungen. In Sachsen-Anhalt wurde allerdings schon unter wenig optimalen Bedigungen gesät, so dass die Bestände schlecht vorbereitet in die verfrühte Trockenphase gegangen sind und ein Viertel weniger Ertrag bringen werden.

Schlimmer noch ist, dass die Vermehrungsbestände so schlecht aussehen, dass etwa die Hälfte der Flächen abgemeldet wurden. Die Ähren haben nur kleine Körner ausgebildet. (brs)
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