Rund 30 Prozent des Biogasstroms in Deutschland werden in Niedersachsen erzeugt. Daten und Fakten zum Stand der Biogasentwicklung präsentiert die aktuelle Biogasinventur. Der Erhebung zufolge nimmt Niedersachsen gemeinsam mit Bayern bundesweit eine Führungsrolle in der Biogaserzeugung ein. Die insgesamt 1.405 überwiegend landwirtschaftlichen Biogasanlagen in Niedersachsen verfügen über eine installierte elektrische Leistung von 743 MWel. 1,3 Mio. Vierpersonenhaushalte können durch sie mit erneuerbarem Strom versorgt werden. 

Die regionalen Schwerpunkte der Biogasproduktion liegen wie bisher in den Tierhaltungsregionen Rotenburg-Bremervörde und Weser-Ems. Dort werden rund 41 Prozent der Biogasanlagen betrieben. 35 Prozent der Anlagen stehen in den niedersächsischen Ackerbauregionen.

Etwa die Hälfte der rund 32 Mio. t. eingesetzten Substrate sind Gülle oder Mist, landwirtschaftliche Nebenprodukte oder Bioabfälle. Die andere Hälfte entfällt auf Anbaubiomasse vom Acker und Grünland. Im Landesmittel wurden 9,3 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche zum Energiepflanzenanbau für die Biogaserzeugung benötigt. Energiemais macht rund 85 Prozent im Substratmix aus. Darüber hinaus werden 25.000 ha sonstige Energiepflanzen wie Getreide, Biogasrüben, Sonnenblume, Hirsen und weitere 20.000 ha Grünland zur Substratgewinnung genutzt. 

Die Biogasinventur berücksichtigt die bis Dezember 2011 in Betrieb genommenen Anlagen, sowie die im Bau oder im Genehmigungsverfahren befindlichen Anlagen, die noch 2012 in Betrieb gehen sollen. Die Untersuchung wird  im Auftrag des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums vom Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe e.V. (3N) durchgeführt. (sch)

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