Die Biogasbranche will nicht für steigende Pachtpreise verantwortlich sein. Der Bonus für Nachwachsende Rohstoffe aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei berechtigt. Die Biogasbranche wehrt sich gegen Vorwürfe, Biogasanlagen seien schuld an höheren Pachtpreisen. „Der Vorwurf ist unhaltbar und gefährdet die Arbeitsplätze einer Branche, die entscheidend zur klimafreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung sowie zur Wertschöpfung im ländlichen Raum beiträgt“, sagte Reinhard Schultz, Geschäftsführer des Biogasrates, heute in Berlin. Bislang gebe es keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der Errichtung von Biogasanlagen und dem Anstieg des Pachtpreisniveaus, verteidigt sich Schultz. Vielmehr würde eine zunehmende Zahl großer Betriebe und in manchen Regionen eine hohe Viehbesatzdichte zu einem Anstieg der Pachtpreise führen. Schultz forderte, die Förderung für nachwachsende Rohstoffe, den Nawaro-Bonus, aus dem EEG aufrecht zu erhalten. „Auch die Betreiber von Biogasanlagen können bei Substratpreiserhöhungen und Pachtpreissteigerungen nur begrenzt mithalten“, so Schultz.

In der vergangenen Woche hatte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK), Horst-Peter Karos, den Boom der Biogasanlagen für steigende Pachtpreise verantwortlich gemacht. Kartoffelanbauern gingen die Flächen verloren, weil sich mit Maisanbau für Biogas mehr verdienen lasse, sagte Karos laut Medienangaben. (sta)
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