Die Bioenergielobby setzt weiter auf die Politik. Sie appelliert an die Bundesregierung, Biokraftstoffe nicht in Frage zu stellen, sondern voran zu bringen. „Ich hoffe, dass sich das Wort Energiewende nicht als Witz erweist“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Bioenergie (BBE), Helmut Lamp, heute zum Auftakt eines Kongresses in Berlin, der sich den Kraftstoffen der Zukunft widmet. Technisch sei ein Anteil der Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch von 9 Prozent ohne Probleme möglich, so Lamp. In der Realität dümpeln die Biokraftstoffe gerade zwischen 5 und 6 Prozent.

Vor allem die Biodieselproduzenten blicken pessimistisch in die Zukunft. Sie fürchten die Umstellung der Beimischungsquoten auf die Treibhausgasvermeidungsquote ab 2015. Eng für den Rohstoff Raps könnte es spätestens 2017 werden, wenn nach den derzeitigen Plänen aus Brüssel eine Treibhausgasminderung von 50 Prozent erreicht werden muss. „Biokraftstoffe sind keine temporäre Erscheinung“, versicherte der für nachwachsende Rohstoffe zuständige Abteilungsleiter im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV), Clemens Neumann, der Branche auf dem Kongress. Die Landwirtschaft müsse es allerdings schaffen, die Treibhausgasemissionen, die beim Rapsanbau anfallen, zu reduzieren. Das Bundesverkehrsministerium (BMVBS) erarbeitet derzeit eine neue nationale Kraftstoffstrategie. Darin sollen Biokraftstoffe eine entscheidende Rolle spielen, versprach der Staatssekretär aus dem BMVBS, Rainer Bomba. (sta)
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