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Der weltweit größte Demonstrationsversuch zur Einführung von Biokunststoffen als Verpackungsmaterial soll ab April in Kassel starten, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium (BML), Bonn, mitteilt. Dazu werde es am 19. März in der Kasseler Stadthalle eine Informationsveranstaltung geben. Die Kasseler können dann Produkte kaufen, die mit Biokunststoffen verpackt sind: Joghurtbecher, Fleischschalen, Obst- und Gemüseverpackungen, Einweggeschirr und Tragetaschen. "Wir wollen den Bürgern vermitteln, was es mit den neuen kompostierbaren Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen auf sich hat", sagte der Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsministerium, Alexander Müller, anlässlich einer Pressekonferenz zur Vorstellung eines Pilotprojektes zu biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW) gestern in Frankfurt am Main. BAW können aus Zucker, Stärke, Pflanzenölen oder Nebenprodukten der Ernährungsindustrie wie zum Beispiel Molke hergestellt werden. Sie haben laut BML ökologische Vorteile, weil fossile Ressourcen geschont und ein positiver Beitrag zur Kohlendioxidbilanz geleistet wird.

Zur Entwicklung dieser Produkte habe das BML in den vergangenen acht Jahren über 37 Mio. DM an Fördermitteln gewährt. Für alle im Versuch eingesetzten Verpackungen müsse der Nachweis erbracht werden, dass sie rückstandsfrei biologisch abbaubar sind. Die Verpackungen werden mit einem Sechseck mit der Aufschrift "kompostierbar" gekennzeichnet.

BAW könnten schon in naher Zukunft für spezielle Anwendungen herkömmliche Kunststoffe ersetzen, informiert das Ministerium weiter. Den Versuch in Kassel unterstützt das BML mit insgesamt 2,2 Mio. DM Fördermitteln. Die beteiligten Wirtschaftsunternehmen bringen ebenfalls 2,2 Mio. DM ein. Neben 16 Herstellern von Biokunststoffen unterstützen namhafte Handelsketten das Vorhaben. Müller appellierte an Hersteller und Handel, an dem Versuch teilzunehmen. (ED)
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