Das Potenzial von Bioenergie wird überschätzt. Sie trägt laut dem Thünen-Institut nur einen unwesentlichen Anteil zu Energieversorgung bei.

Die eingeleitete Energiewende zeuge nicht gerade von einer großen Weitsicht, bewertet Dr. Folkhard Isermeyer, Präsident des Bundesforschungsinstitut Johann Heinrich von Thünen, Braunschweig, das Konzept der Bundesregierung. In Deutschland würden 12 bis 13 Prozent der Energien aus alternativen Quellen stammen.

Der Beitrag der Bioenergie betrage nur 8 Prozent und resultiere weitgehend aus Verwertung von Holz. Wenn 20 Prozent der deutschen Ackerfläche für Bioenergiezwecke genutzt würden, diese aber weniger als drei Prozent des Deutschen Energieverbrauchs deckten, sei dies ein Missverhältnis, kritisierte der Wissenschaftler auf einer Veranstaltung der Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Mitte der Woche in Euskirchen.

Auch in globaler Hinsicht werde das Potenzial von Biomasse überschätzt. Nur 0,8 Prozent der globalen Energie stammten vom Acker. Nach einer Faustzahl würden 40 bis 50 Mio. Hektar Ackerfläche benötigt, um einen Weltenergiebedarf von nur 1 Prozent zu decken.

Dabei sei Energie nicht knapp, es müsse nur die Sonnenenergie richtig erschlossen werden. Hierfür würden 50 Groß-Stromleitungen aus der Sahara nach Europa benötigt. Die Kosten von 1 Mrd. € für eine Stromleitung seien gering im Vergleich zu den 2 Mrd. €, die Deutschland für Biogas aufwende. (St)
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