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Der Höhenflug von Biomasse als Erneuerbarer Energie ist gebremst. Im Jahr 2008 haben die Umsätze nicht an das Vorjahr heranreichen können und auch die Zahl der Beschäftigten ist gesunken, zeigt eine Schätzung der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien aus den Bundesministerien für Umwelt, Landwirtschaft, Wirtschaft sowie dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Laut dem Bericht sind 2008 in der energetischen Biomassenutzung die Investitionen in Anlagen in Deutschland um etwa 22 Prozent gefallen. Mit einem Umsatz von insgesamt 1,4 Mrd. € trug die Biomasse etwa 10 Prozent zum Umsatz des Sektors Erneuerbare Energien bei. Mit 95.800 Personen arbeiten jedoch ein Drittel der Beschäftigten der Branche mit Biomasse und bilden den größten Anteil der insgesamt 278.000 Arbeitskräfte. Die Beschäftigtenzahl wuchs bei den Erneuerbaren Energien 2008 insgesamt um 12 Prozent, bei Biomasse nahm sie jedoch um 0,3 Prozent ab.

Vor allem Investitionen in Biogasanlagen sind 2008 zurückgegangen, die Zahl der Beschäftigten sank hier sogar um 45 Prozent. Dies führt der Bericht auf höhere Substratpreise zurück. Außerdem hätte das ab 2009 neu geregelte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) bewirkt, dass Projekte aufs Folgejahr verschoben wurden. Bei flüssiger Biomasse nennen die Experten Unsicherheiten bei der Nutzung von Palmöl als Grund für die Umsatzschwäche. Für den Import von Palmöl sind Nachhaltigkeitskriterien im Gespräch, die EU-weit noch nicht gesetzlich festgeschrieben sind. Auch die Produktion von Biokraftstoffen war 2008 in Deutschland rückläufig. Die Arbeitsgruppe macht die sinkende Anbaufläche von Raps für Biodiesel und Pflanzenöl dafür verantwortlich. (sta)

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