Verlustgeschäft

Biopetrol plant Kapitalschnitt

Die Biopetrol AG, Baar (Schweiz), berichtet für 2012 einen Umsatz von 619 Mio. €. Er ist damit etwa so hoch wie im Vorjahr ausgefallen. Das Geschäft war jedoch anhaltend verlustreich, zeigen die heute veröffentlichten Zahlen. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) weist der Hersteller mit minus 12 Mio. €aus. Noch unbefriedigender waren die Margen allerdings im Vorjahr, als Biopetrol ein negatives Ebitda von minus 19,4 Mio. € gemeldet hatte.

Im Berichtsjahr 2012 hat Biopetrol hohe Wertberichtigungen von 73 Mio. € vorgenommen. Unter dem Strich summierten sich die Nettoverluste des Herstellers 2012 auf fast 100 Mio. €, berichtet das Unternehmen weiter. Bereits seit 2009 weist das Unternehmen rote Zahlen aus. Dadurch haben sich die ausgewiesenen Schulden 2012 auf 87 Mio. € summiert - nach 11 Mio. € ein Jahr zuvor.

Der Verwaltungsrat der Biopetrol sucht nach eigenen Angaben jetzt nach Wegen, rund 100 Mio. € frisches Kapital zu beschaffen. Geplant ist außerdem ein Kapitalschnitt bei den Aktionären. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den nominellen Wert pro Biopetrol-Aktie von 1,00 auf 0,15 Schweizer Franken zu senken. Außerdem wird Biopetrol seine Aktien nicht mehr an der Frankfurter Börse notieren.

Die hohen Verluste führt Maarten Roelfs, Vorstandsvorsitzender der Biopetrol AG, auf die europäischen Überkapazitäten für Biodiesel zurück. Das zeigt auch die Auslastung der Biopetrolwerke 2012. Für das 1. Halbjahr nennt das Unternehmen 55 Prozent und für das 2. Halbjahr 65 Prozent.

Die beiden im Betrieb befindlichen Standorte in Rostock und Rotterdam-Botlek verfügen nach Angaben von Biopetrol über eine Kapazität von zusammen 600.000 t Biodiesel. Geschlossen worden ist bereits im Juni 2011 das Biopetrol-Werk in Schwarzheide. Zurzeit still steht außerdem die Produktion in Rotterdam-Pernis.

Bioepetrol gehört seit drei Jahren zum Schweizer Rohstoffkonzern Glencore AG. (db)
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