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Anlässlich des Biotechnologieforums Biovision in Lyon präsentierte Europabio, der europäische Verband der Biotechnologie-Industrie, einen Forderungskatalog zur Stärkung der Grünen Gentechnik. Dr. Hans Kast, Präsident von BASF Plant Science und Vorsitzender von Europabio kritisierte vor Journalisten am vergangenen Dienstag, dass die Gentechnik in anderen Teilen der Welt große Erfolge feiere, ihre Entfaltung in Europa jedoch durch politische Blockaden verhindert werde. Zentrale Forderungen des Manifests zielen auf die Umsetzung europäischer Gesetze, wodurch eine Chancengleichheit der Gentechnik auf dem europäischen Markt gewährleistet und WTO-Handelskonflikte vermieden werden könnten. Gegenwärtig verhindere die ambivalente EU-Politik, dass die Chancen der Gentechnik in Afrika genutzt werden können.

Laut Prof. Diran Makinde von der Universität Venda in Südafrika sei sein Land bislang das einzige in Afrika, in dem gentechnisch verändertes Baumwoll- und Maissaatgut kommerziell angeboten würde. Bei Baumwolle liege der Marktanteil mittlerweile bei 95 Prozent, bei Mais bei fast 50 Prozent. In zahlreichen anderen afrikanischen Ländern würden zwar Versuchsanbauten durchgeführt. Die politisch Verantwortlichen scheuten jedoch vor Marktzulassungen zurück, weil der EU-Raum für viele ein bedeutender Absatzmarkt sei. (ED)

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