Streik

Blockaden für Schiffstransport


Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft die Mitarbeiter der WSV zu weiteren Streikaktionen auf. Ab kommender Woche bleiben die Schleusentore auf den Binnengewässern vielerorts geschlossen. In Nordrhein-Westfalen sind die Schleusenwärter aufgefordert, von Dienstagmorgen bis Samstagmorgen die Arbeit niederzulegen. In Niedersachsen soll der Streik von Dienstag bis Donnerstag dauern. Verdi in Rheinland-Pfalz meldet, auf der Lahn würden am Wochenende voraussichtlich keine Schleusungen stattfinden.

In Berlin und Brandenburg konzentrieren sich die Streikaktionen auf den heutigen Donnerstag und teilweise auf Freitag. Im Berliner Raum sind nach Angaben der WSV nur Notschleusungen von Feuerwehr- und Rettungsschiffen möglich. In Brunsbüttel wird heute und morgen die Spätschicht von 14 bis 22 Uhr bestreikt. Auf der Elbe stecken Binnenschiffe fest.

Vertreter der Agrarwirtschaft hatten bereits mehrfach Unmut über die Streikaktionen bekundet. Mitten in der Ernte treffe der Arbeitskampf die Branche zur Unzeit, sagen Vertreter des Agrarhandels. Wird eine Umstellung von Schiffs- auf LKW-Fracht erforderlich, müssen die Unternehmen teilweise erhebliche Aufgelder bezahlen. Die Agravis Raiffeisen AG in Hannover hatte die Mehrkosten von LKW- gegenüber Schiffsfracht auf Anfrage der agrarzeitung in der Vorwoche mit 30 bis 50 Prozent beziffert. Aus dem Getreidemarkt ist zu hören, dass Schiffs- und LKW-Frachten in einigen Regionen derzeit nur schwierig zu beschaffen seien. Schiffsmakler im Norden hingegen beurteilen die Lage entspannter. Man habe noch genügend Platz zu vergeben, ist von ihnen zu hören.

Mitarbeiter der WSV protestieren gegen die Neustrukturierung der Behörde. Verdi befürchtet im Zuge der Umstrukturierungen den Verlust von tausenden von Arbeitsplätzen und fordert daher von den zuständigen Bundesministerien für Verkehr und Inneres einen Tarifvertrag. Die Ministerien sehen dafür jedoch keine Veranlassung. (pio)
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