Bodenverkauf kommt in Sachsen-Anhalt voran

Der Verkauf von ehemals volkseigenen Flächen konzentriert sich in Sachsen-Anhalt auf Alteigentümer. Agrarbetriebe nehmen ihr Vorzugsrecht in Anspruch.

Die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH in Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2012 rund 9.300 ha Fläche veräußert. Insgesamt haben die Niederlassungen Halle und Magdeburg Erlöse von rund 119 Mio. € erzielt. Zum BVVG-Gesamtüberschuss im Jahr 2012 in Höhe von 483 Mio. € trugen die beiden Niederlassungen rund 21 Prozent bei.

Dabei stieg der Verkauf an Alteigentümer sowie der Direkterwerb von Flächen, teilten heute die beiden BVVG-Niederlassungsleiter Arnfried Knüpfer und Hans-Egbert von Arnim mit. Die BVVG verkaufte in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr 6.900 ha Acker- und Grünland, darunter 2.800 ha zu begünstigten Preisen nach dem 2. Flächenerwerbsänderungsgesetz an Alteigentümer.

Die Niederlassungen in Halle und Magdeburg haben derzeit 369 Anträge auf begünstigten Kauf zu bearbeiten. Dafür werden noch rund 7.100 ha benötigt. Davon hätten Landwirtschaftsbetriebe rege Gebrauch gemacht, direkt ohne Ausschreibung Acker- und Grünland von der BVVG zu kaufen.

Im Jahr 2012 endeten Pachtverträge über rund 12.600 ha mit Direkterwerbsansprüchen. Die Niederlassungen haben 2012 rund 4.700 ha landwirtschaftliche Fläche ausgeschrieben. Die Ausschreibungslose waren im Schnitt 10,4 Hektar groß.

Sie sind damit für sogenannte außerlandwirtschaftliche Investoren in der Regel nicht interessant, betonen die Geschäftsführer. Mit über 85 Prozent ging der weitaus größte Teil an ortsansässige Landwirtschaftsbetriebe.

Die Niederlassungen verkauften Acker- und Grünland zum Verkehrswert im Durchschnitt für 17.392 €/ha. Das sind 13 Prozent mehr als in 2011. Der durchschnittliche Pachtzins betrug 383 €/ha, rund 16 Prozent mehr als 2011. Bei Neuverpachtungen wurde ein Pachtzins von 449 €/ha und Jahr erzielt. Das sind 22 Prozent mehr als im Vorjahr. (da)
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