Die Holding des russischen Milcherzeugers Ekoniva profitiert zwar von den Sanktionen Russlands gegenüber der EU, spürt aber jetzt auch deren Kehrseite. Den lokalen Finanzierungspartnern in Russland geht mittelfristig das Geld aus und zwei von Ekosem-Agrar ausgegebene Mittelstandsanleihen stehen in drei bis vier Jahren zur Rückzahlung an.

Gegenüber Finance-TV hat daher der Geschäftsführer und CFO Wolfgang Bläsi Überlegungen zu einem Börsengang von Ekosem-Agrar geäußert. In Frage käme auch ein neuer Investor oder die Steigerung des Cashflows. „Bislang investieren wir jeden Euro in den Markt“, sagt Bläsi in dem Interview.

"Durch die Aufstellung mit Ackerbau und Milchproduktion verteilen sich die Erlöse besser übers Jahr. Wir nehmen 200.000 Euro pro Tag ein", sagt Bläsi.

Laut dem Bericht in dem Online-Dienst Finance ist das Unternehmen derzeit mit rund 325 Mio. € verschuldet, mehr als dreimal so viel wie das ausgewiesene Eigenkapital von 100 Mio. €. Bläsi gibt sich in dem Gespräch recht zuversichtlich, dass eine Anschlussfinanzierung für die Mittelstandsanleihe klappe. „Für die russischen Banken sind wir ein russisches Unternehmen“, sagte er und berichtet, dass der Hauptgesellschafter Stefan Dürr seit Anfang des Jahres auch einen russischen Pass besitze.

Falls ein Börsengang für die Holding infrage kommt, wollen Bläsi und Dürr eher Frankfurt als Moskau ins Auge fassen. (hed)
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