In einem offenen Brief verleihen die Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern ihrem Unmut über die Position der Bundesregierung zu den zentralen Zielen der Agrarreform Ausdruck.

„Höchst irritiert und mit großer Sorge“ wenden sich die beiden Landesminister an Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) über die anstehenden Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen der EU 2014 bis 2020. In diesen Verhandlungen würde auch über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) entschieden. Alexander Bonde (Die Grünen) und Till Backhaus (SPD) glauben, dass damit maßgebliche Entscheidungen für die Zukunft des ländlichen Raumes, wenn nicht "der Dörfer und Landschaften, der Umwelt, Natur und Artenvielfalt", getroffen werden. 

Wenig Anklang findet in dem Schreiben die Aufweichung der ursprünglichen Greening-Ziele von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos. „Wie wir hören, setzt sich die Bundesregierung in den Verhandlungen in Brüssel vehement dafür ein, den Anteil der ökologischen Vorrangflächen auf 3,5 Prozent der Ackerfläche festzusetzen anstatt der von der EU-Kommission vorgesehenen 7 Prozent“, heißt es weiter in dem Schreiben, das der agrarzeitung (az) vorliegt. Und während die Direktzahlungen in vollem Umfang erhalten bleiben sollen, solle die  2. Säule der GAP für die Entwicklung der ländlichen Räume erheblich gekürzt werden.

„Damit stellt sich die Bundesregierung nicht nur gegen die Beschlüsse der Agrarministerkonferenz und des Deutschen Bundesrats - sie verhandelt auch gegen eine zukunftsfähige Agrarpolitik“ heißt es in dem offenen Brief wörtlich. (hed)
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