Ein komplettes Verbot der umstrittenen Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln lehnen die EU-Kommission und der Verbraucher-Kommissar ab.

Angemessene Reaktionen kündigte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg im EU-Agrarministerrat am Montag in Brüssel an. Ihre Vorschläge will die EU-Kommission am kommenden Donnerstag dem Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit vorlegen. Borg schließt ein Totalverbot von Neonicotinoiden aus. Wahrscheinlich sind dagegen Einschränkungen für Kulturen, die von Bienen besonders genutzt werden.

Ein Verbot des Wirkstoffs für Raps und Mais wird nicht mehr vollkommen ausgeschlossen. Die Europäische Lebensmittelbehörde (Efsa) hatte Mitte Januar vor zum Teil erheblichen Risiken für Bienen gewarnt. Allerdings hat auch die Efsa zwischen den Kulturen unterschieden. Über Zuckerrüben werde das Insektizid nicht übertragen, heißt es im Efsa-Bericht.

Die Niederlande forderten im EU-Agrarrat Maßnahmen von der EU-Kommission und wurden dabei von Deutschland, Frankreich, Polen, Österreich und Tschechien unterstützt. Das Vereinigte Königreich verlangt dagegen weitere Untersuchungen. Spanien und Ungarn sind gegen Verbote.

Zahlreiche Agrarverbände befürchten hohe Verluste, wenn Saatgut nicht mehr mit Neonikotinoiden behandelt werden darf. (Mö)

Weitere Berichte zu Neonikotinoiden lesen Sie auch in der agrarzeitung (az) am kommenden Freitag.
stats