Geflügelwirtschaft

Branche steckt sich eigene Ziele


Die Geflügelwirtschaft hat heute ihre Geflügel-Charta 2015 an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt übergeben. Damit hat sich die gesamte Branche gemeinsame Regeln zu den Themen Tierwohl, Antibiotika, Präventionsmaßnahmen für die Tiergesundheit, Verbraucherinformation und Sozialstandards selbst auferlegt. Seit Jahresbeginn haben Hähnchen- und Putenhalter sowie Geflügelschlachtereien und - vermarkter gemeinsam daran gearbeitet - mit dem Ziel "das beste Geflügelland der Welt zu sein".

Die Branche zeige mit der Charta, wie ernst sie die Verantwortung für Tier, Mensch und Umwelt nehme, so Leo Graf von Drechsel, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Verstöße würden zu einem Ausschluss aus der Gemeinschaft führen. Allerdings geht die Selbstverpflichtung auch mit Forderungen einher: Die guten Standortbedingungen in Deutschland wolle die Branche nutzen, um weltweit zu vermarkten. Daher fordert sie die Politik auf, den Export in Drittländer durch Veterinärabkommen zu ermöglichen. Außerdem sollten Stallneubauten und -erweiterungen erleichtert werden, da diese den Einsatz modernster Technik ermöglichen und somit dem Tierwohl dienen.

Schmidt äußerte sich positiv zu den Bemühungen der Branche: "Sie ist ein Zeichen für die Bereitschaft der Branche, auf den Verbraucher und den Markt einzugehen." Besonders wichtig sei ihm, dass Praktiker an der Charta mitgearbeitet haben. (has)
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