Edeka/Tengelmann

Branche stellt sich gegen Übernahme

Medienberichten zufolge soll Gabriel entschlossen sein, eine Sondererlaubnis für die Fusion zu erteilen. Beide Unternehmen hatten Ende April bei Gabriel eine Ministererlaubnis beantragt, nachdem das Bundeskartellamt einen Monat zuvor das Fusionsvorhaben abgelehnt hatte.

Die zunehmende Konzentration der Nachfragemacht im Lebensmitteleinzelhandel wird von Seiten der Landwirtschaft kritisch betrachtet. Laut Medienberichten hatte der Deutsche Bauernverband (DBV) seine Kritik an der Übernahme bei der gestrigen Anhörung erneut bekräftigt.

Nach Einschätzung des DBV würde sich die Marktmacht von Edeka auf den Beschaffungsmärkten weiter erhöhen. Der Abstand zum zweitgrößten Wettbewerber Rewe würde damit wachsen und auch der Druck auf die vorgelagerten Lieferanten erneut zunehmen, hieß es.

Laut DBV sind die vier großen Lebensmitteleinzelhändler in der Lage, durch die asymmetrischen Machtverhältnisse in der Vermarktungskette gegenüber ihren Vorstufen einen erheblichen Preisdruck auszuüben.

Kritik kommt auch von den Verbraucherschützern. Höhere Einkaufpreise und weniger Auswahlmöglichkeiten befürchtet etwa die Verbraucherzentrale Bundesverband durch die Übernahme.

Die Fusion werde mit angemessener Sorgfalt geprüft, erklärte der Minister Gabriel hingegen, der gestern die Angelegenheit zur Chefsache machte, berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ). Während seiner fünfeinhalbstündigen Präsenz stellte er aber vor allem Fragen zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen der Fusion. (mrs)


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