Milchindustrie-Verband

Branche sucht neuen Vorsitzenden


Die Jahrestagung des Milchindustrie-Verbandes (MIV) steht im Zeichen der Milchkrise. Hohe Produktionsmengen, ein schwieriges Exportgeschäft, Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und niedrige Auszahlungspreise für die Milcherzeuger setzen die Verarbeiter unter Druck.

Mit Sorge verfolgen die Molkereien die neu aufgeflammten Diskussionen um eine Mengensteuerung der Milchproduktion. Nachdem sich die jüngste Agrarministerkonferenz (AMK) darauf verständigt hat dieses Thema weiter zu verfolgen, fürchten die Molkereien neue politische Eingriffe in den Milchmarkt. Dabei herrscht im MIV große Einigkeit, dass die Milchquote nicht funktioniert hat und eine Rückkehr zur Produktionsbeschränkung die Probleme nicht lösen wird.

Doch nicht nur die Marktlage beschäftigt den Verband, auch personell muss sich der MIV neu aufstellen. Am morgigen Freitag wählt der MIV turnusgemäß einen neuen Vorstand. Spannend wird dabei die Wahl des neuen Vorsitzenden. Nach seinem Rauswurf als Hochwald-Chef war Karl-Heinz Engel als Vorsitzender des MIV zurückgetreten. Ein Nachfolger könnte aus dem aktuellen Vorstand kommen.

Dazu zählen neben dem stellvertretenden Vorsitzenden Hans Holtorf von Frischli weitere hochkarätige Branchenvertreter, sowohl von Genossenschaften wie Peter Hartmann (Bayerische Milchindustrie), Ralf Hinrichs (Molkerei Ammerland), Tim Ørting Jørgensen (Arla Foods) oder Josef Schwaiger (DMK) als auch von Privatmolkereien wie Hervé Massot (Zott), Peter Stahl (Hochland) oder Sil van der Ploeg (Meggle). (SB)
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