Der Widerstand gegen Hähnchenmastanlagen in Niedersachsen spitzt sich zu. Unbekannte haben kürzlich auf eine Anlage in Sprötze (Landkreis Harburg) einen Brandanschlag verübt. Bei dem Brand in der Nacht zum vergangenen Freitag war ein Schaden in Höhe von 500.000 € entstanden. Tiere waren zum Zeitpunkt des Feuers nicht in der Mastanlage; sie sollte erst in vier Wochen in Betrieb gehen.

Mittlerweile hat die Polizei im Kreis Harburg eine Sonderkommission eingerichtet, um den Brandanschlag aufzuklären. Niedersachsen Agrarministerin Astrid Grotelüschen hat den Anschlag „aufs Schärfste" verurteilt. Ein Brandanschlag sei „mehr als das Nichtakzeptieren von unterschiedlichen Meinungen im Bereich der Fleischproduktion". Hintergrund: Der im niedersächsischen Wietze geplante größte Geflügelschlachthof Europas soll im Umkreis von 150 km in den kommenden Jahren von etwa 400 Hähnchenmästern beliefert werden. Gegner des millionenschweren Projekts protestieren seit Monaten, sowohl mit Aktionen vor Ort als auch auf juristischem Weg. (NE)
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