Das Ende der Landessortenversuche in Brandenburg bringt der dortigen Landwirtschaft Nachteile. Die Saatgutbranche sucht nach Auswegen. Neutrale Sortenversuche sind für Landwirte bares Geld wert, rechnete Dr. Katja Bringe, Deutscher Bauernverband (DBV), beim Saatguthandelstag am Donnerstag in Warberg vor. Mit der Wahl der bestmöglichen Sorte sei ein Mehrerlös zwischen 50 und 100 €/ha möglich. Für Brandenburg bedeute dies eine um 7,5 bis 15 Mio. € höhere Wertschöpfung, argumentierte die Saatgutexpertin. Diese bestmögliche Sortenwahl stehe aber mit dem Aus für die Landessortenversuche bis 2014 zur Disposition.

Die Vorschläge des Ministeriums, ein Pilotprojekt zum Wissenstransfer mit ELER-Mitteln zu finanzieren, schaffe Zeitgewinn. Allerdings sei das Problem damit nur für sieben Jahre aufgeschoben, befürchtet sie. Die Zeit müsse genutzt werden für ein Konzept, um Versuche unter Hoheit des Landes und mit einer gemeinsamen Finanzierung über die gesamte Saatgutkette zu entwickeln. (brs)
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