Die Konkurrenz um Agrarflächen in Brandenburg steigt 2011. Die Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft (BVVG) erwartet zahlreiche Kaufanfragen von Pächtern und Alteigentümern. Knapp die Hälfte des überhaupt noch vorhandenen Flächenbestandes der BVVG in Brandenburg, 54.200 ha, wird Ende September 2011 pachtfrei. „Das ist eine Fläche, die wir noch nie bewegt haben", sagte die Leiterin der BVVG-Niederlassung Brandenburg/Berlin, Barbara Halsinger, heute in Berlin. Nach ersten Anfragen wollen rund 47 Prozent der bisherigen Pächter die Flächen kaufen. Für eine weitere vierjährige Pacht mit Kaufrecht wollen sich 31 Prozent der Landwirte entscheiden, 9 Prozent planen eine Fortsetzung der Pacht für 9 Jahre ohne ein Kaufrecht. Große Unsicherheit herrscht in Brandenburg darüber, wie viele und welche Flächen von Alteigentümern 2011 nachgefragt werden. Nachdem der Bundesrat in der vergangenen Woche die gesetzliche Grundlage für einen vergünstigten und auf die Erben erweiterten Flächenerwerb für Alteigentümer besiegelt hat, ist ein Konkurrenzkampf um Boden zwischen Alteigentümern und Pächtern 2011 vorprogrammiert.
 
Das Preisniveau hingegen steigt unbeeindruckt aller Querelen auch in Brandenburg weiter. Der BVVG-Verkaufspreis zum Verkehrswert legte 2010 im Mittel um 28 Prozent auf 7.842 €/ha zu. Für Bestandspachten zahlten die Brandenburger Landwirte 155 €/ha und Jahr an die BVVG. Neupachten kosteten 2010 mit 237 €/ha 8 Prozent mehr als im Vorjahr. (sta)
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