Die brasilianische JBS-Gruppe setzt ihre Expansionsstrategie fort und schiebt sich mit einem avisierten Umsatz von annähernd 30 Mrd. US-$ an die Spitze der weltweit agierenden Fleischvermarkter. Gleich zwei bedeutende Transaktionen hat JBS jetzt angekündigt, beide stehen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden, berichtet LZ-Net.  In den USA wollen die Brasilianer den angeschlagenen Geflügelverarbeiter Pilgrim's Pride übernehmen und im Heimatmarkt Brasilien mit Wettbewerber Bertin fusionieren.  

JBS wird 64 Prozent der Anteile an Pilgrim's Pride für rund 800 Mio. US-$ übernehmen.  Pilgrim's Pride erzielte mit einer Produktion von 3,8 Mio. t im Jahr 2008 einen Umsatz von rund 8,5 Mrd. US-$. Der US-Geflügelverarbeiter betreibt 33 Schlachtstätten in den USA, 3 in Mexiko und 1 in Puerto Rico und beschäftigt insgesamt 41.000 Mitarbeiter. Auf dem brasilianischen Heimatmarkt will JBS mit Bertin eine Holding gründen, an der Bertin 40 und JBS 60 Prozent halten werden. Bertin setzt annähernd 4 Mrd. US-$ um, betreibt 38  Produktionsstätten und beschäftigt 28.000 Mitarbeiter. Gut zwei Drittel des Umsatzes werden mit Rindfleisch erwirtschaftet, 13 Prozent mit der Vermarktung von Leder und 12 Prozent mit Molkereiprodukten. Zusammen mit Bertin steigt JBS zum weltweit größten Anbieter von Rohleder auf.

Werden beide Vorhaben realisiert, verdrängt die neu formierte JBS-Gruppe den US-Konzern Tyson Foods vom Spitzenplatz der weltweit führenden Fleischvermarkter. (az)
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