Brasilien könnte der EU Zucker liefern

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Brasilien ist fest davon überzeugt, die in der EU durch eine Quotenkürzung entstehende Lücke im Zuge der Zuckermarktreform füllen zu können. "Wenn die EU-25 2,8 Mio. t weniger produziert, werden wir den Zucker liefern", erklärte Alexandre Rands Barros von der Universität Pernambuco im brasilianischen Recife am Dienstag während einer Anhörung im Europäischen Parlament in Brüssel. Er verwahrte sich gegen den Vorwurf, der Urwald werde in Brasilien gerodet, um zusätzliche Zuckerrohrflächen zu bekommen. Das sei ein Vorurteil. Die gerodeten Urwaldflächen böten weder den richtigen Boden, noch das geeignete Klima für den Zuckerrohranbau.

In Brasilien blieben ohnehin 50 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ungenutzt. Es stimme aber, dass die Arbeitsbedingungen von ungelernten Erntehelfern in Brasilien, verglichen mit jenen in Europa, sehr schlecht seien. Sie könnten sich aber nur verbessern, wenn es zusätzliche Einkommensmöglichkeiten gebe. Der Zuckerexport auf den Weltmarkt oder Kraftstoffexporte aus Zuckerrohr seien ein wichtiger Schritt zu mehr Wohlstand für Brasilien, berichtete Rands Barros den Europa-Parlamentariern. (Mö)

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