Steigende Produktionskosen belasten brasilianische Schweinehalter erheblich. Die Regierung ergreift Hilfsmaßnahmen. Eine Kombination aus hohen Futterkosten, schwacher Binnennachfrage sowie einer enttäuschenden Exportentwicklung lassen Produzenten von Schweinefleisch in dem südamerikanischen Land in die roten Zahlen rutschen. Mit zinsgünstigen Darlehen in Höhe von umgerechnet 80 Mio. € greift die Regierung den Mästern nun unter die Arme, berichtet Agra Europe London. Zudem sind für ein Kontingent von 76.000 t Schweinefleisch Mindestpreise festgesetzt worden. 

Wesentlicher Grund für die wirtschaftlich angespannte Situation der Tierhalter sind um 40 Prozent höhere Produktionskosten durch stark gestiegenen Preise für Soja und Mais. Darüber hinaus haben sich hohe Exporterwartungen der Erzeuger infolge der weltweit eingetrübten Konjunktur nicht erfüllt. Der Absatz von Schweinefleisch auf dem brasilianischen Markt gestaltet sich ebenfalls schwierig. Traditionell geben brasilianische Konsumenten Rind- und Geflügelfleisch den Vorzug. Die Lage wird dadurch verschärft, dass die Preise für diese Fleischsorten auf Grund des abflauenden Wirtschaftswachstums in dem Land zuletzt nachgegeben haben. 

Brasilien ist mit einem Bestand von rund 39 Millionen Tieren der weltweit viertgrößte Produzent von Schweinefleisch. Dem Bericht zufolge ist eine deutliche Verringerung der Produktion unausweichlich. (sch)

 
stats