Brauer gegen staatlich verordnetes Energiemanagement

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Die deutschen Brauer lehnen eine verpflichtende Einführung von Energiemanagementsystemen als Vorraussetzung für Steuererleichterungen ab. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen bei der Strom- und Ökosteuer Ermäßigungen davon abhängig gemacht werden, dass Unternehmen ihre Abläufe durch unabhängige Energieberater einer externen Überprüfung unterziehen. Die deutschen Brauer kritisieren diese obligatorischen Energieaudits. Die Einführung eines solchen staatlich verordneten Energiemanagementsystems gehe ins Leere und erzeuge nur Kosten, das vorgesehene Berichts- und Nachweiswesen trage zu einer weiteren Aufblähung der Bürokratie bei.

Rechtsanwalt Peter Hahn, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes weist darauf hin, dass die Energiepreise explodiert seien, so dass es sich kein Betrieb mehr leisten könne, Energie zu verschwenden. Bereits heute würden - ohne staatlichen Zwang – Energieeinsparungen vorgenommen und deutsche Brauereien praktizierten betriebliche Energiemanagementsysteme. Die Annahme der Bundesregierung, dass sich in den Unternehmen große Energiesparpotenziale verbergen, sei daher falsch und realitätsfremd. „Mit der Forderung nach einem vorgegebenen Energiemanagementsystem und der folgenden Zwangsüberprüfung durch eine Legion von Energieüberwachern, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums ausschwärmen, wird eine neue Stufe des Ökodirigismus erreicht“, so Hahn. Das Einschalten von externen Beratern führe bei jeder Brauerei zu zusätzlichen Kosten von etwa 5.000 €. Bezogen auf die gesamte deutsche Brauwirtschaft wären dies rund 4 Mio. €. (dg)

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