DZ Bank-Analyse

Brexit trifft Agrarbranche


Die deutschen Unternehmen werden den britischen Austritt aus der Europäischen Union zu spüren bekommen, stellt die DZ Bank in einer Analyse fest. Großbritannien ist bisher der fünftwichtigste Handelspartner Deutschlands. Bei den Importen liegt das Land auf Rang neun, bei den Exporten belegt es Platz drei. Aufgrund des hohen Exportüberschusses Deutschlands gegenüber Großbritannien erzielt der Handel mit dem Vereinigten Königreich sogar den zweithöchsten Außenhandelssaldo nach den Vereinigten Staaten.

Exporte stiegen jährlich um 9 Prozent

Berücksichtigt werden müsse auch das sehr dynamische Exportwachstum seit dem Jahr 2010. Während die Ausfuhren nach Großbritannien von 2010 bis 2015 um über 52 Prozent und damit um durchschnittlich fast neun Prozent je Jahr zulegen konnten, blieben die Einfuhren nahezu konstant. Dementsprechend fiel der Außenhandelssaldo im vergangenen Jahr mit fast 51 Mrd. € um über 30 Mrd. € höher aus als noch im Jahr 2010. Die Einführung von Zöllen sowie ein höherer Bearbeitungsaufwand beim Güterexport dürften den Außenhandelssaldo nach dem Brexit beträchtlich belasten, befürchtet die DZ Bank. Befürchtet wird zudem eine sinkende Nachfrage der Briten. Unter dieser Entwicklung werde eine Vielzahl deutscher Branchen leiden, am stärksten die deutsche Automobilindustrie.

Auch Agrar- und Ernährungswirtschaft betroffen

Auch andere exportorientierte Branchen und Unternehmen werden eine zukünftige Abkühlung des zuletzt überaus dynamischen Großbritanniengeschäfts noch deutlich zu spüren bekommen. Dazu zählt die DZ Bank neben der Pharmaindustrie auch die Branchen Papier und Pappe, Leder, Metalle, Möbel, Gummi und Kunststoff sowie Agrar und Ernährung. In diesen Branchen habe Großbritannien einen Anteil von 7 bis 10 Prozent am gesamten Exportgeschäft. (SB)
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